Betreuerin bzw. Betreuer für die Masterarbeit auswählen

Die Bedeutung der Betreuungsperson für den Erfolg der Masterarbeit

Die Bedeutung der Betreuungsperson für den Erfolg der Masterarbeit

Der Erfolg der Masterarbeit steht und fällt mit der Betreuungsperson der Abschlussarbeit. Die Betreuerin bzw. der Betreuer bewertet nicht nur die Arbeit und bestimmt somit zu 50 Prozent über die erreichte Note – sondern diese Person betreut die Arbeit eben auch. Ein optimales Betreuungsverhältnis erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer positiven Bewertung der Masterarbeit deutlich, sondern sorgt auch dafür, dass der Schreibprozess aus studentischer Sicht angenehm ist und die bzw. der Studierende etwas lernt – beispielsweise für eine folgende Dissertation, im Zweifelsfall aber auch einfach aus Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten. Aus diesem Grund ist die Wahl der richtigen Betreuungsperson für die Masterarbeit wichtig. In dem folgenden Text werden einige grundlegende zu bedenkende Punkte und Entscheidungshilfen angeführt.

Die Wahl der richtigen Betreuerin bzw. des richtigen Betreuers

Die Frage nach der potenziell am besten geeigneten Betreuungsperson für die geplante Masterarbeit sollten sich Studierende bereits frühzeitig im Studienverlauf stellen. Hierfür gibt es mehrere Gründe. So ist es zum einen möglich, dass eine favorisierte infrage kommende Betreuungsperson auch von anderen Studierenden angefragt wird, sodass diese keine zeitlichen Kapazitäten (Mehr zum Zeitplan für die Masterarbeit) mehr zur Verfügung stellen kann, wenn eine Anfrage nicht relativ zeitig gestellt wird. Zum anderen gibt es verschiedene Kriterien, aufgrund derer eine Betreuerin bzw. ein Betreuer ausgewählt werden kann. Im Sinne eines Sammelns von möglichst vielen Informationen ist es daher zielführend, bereits zu Studienbeginn erste Überlegungen hinsichtlich der Masterarbeit und deren potenzieller Betreuungsperson anzustrengen. Zudem ergibt sich eine fundierte Einschätzung zu den einzelnen relevanten Gesichtspunkten, auf die im Folgenden näher eingegangen wird, erst im Laufe der Zeit bzw. im Laufe des fortschreitenden Studiums.

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Das Verhältnis zum Betreuer/zur Betreuerin der Masterarbeit

Anders als im Falle des Verfassens einer Promotion, die theoretisch an jeder beliebigen Hochschule mit Promotionsrecht verfasst werden kann, muss die Masterarbeit an der Universität geschrieben werden, an der die bzw. der Studierende für den Masterstudiengang eingeschrieben ist. Die Entscheidung fällt somit zwischen Professorinnen und Professoren, die idealerweise bereits persönlich bekannt sind und bereits während ihrer Lehre beobachtet werden konnten. Möglicherweise sind diese sogar bereits aus dem vorangegangenen Bachelorstudium bekannt, sofern dieses an derselben Hochschule absolviert wurde.

Auf Grundlage der Vorstellung, die sich Studierende von der Arbeitsweise und den Umgangsformen der Professorinnen und Professoren verschaffen, kann also eine Entscheidung bezüglich der Frage getroffen werden, ob das Beobachtete mit den eigenen Vorstellungen und den Wünschen, die hinsichtlich der Betreuung der eigenen Masterarbeit bestehen, zusammenpasst. Zudem können andere Studierende zu ihren Erfahrungen befragt werden, da diese an der gleichen Hochschule studieren und somit sowohl die bzw. den anfragenden Studierenden als auch die betreffende Lehrperson kennen.

Passung von Arbeitsthema und zugehörigem Lehrstuhl

Zu berücksichtigen ist, dass das Thema und die Betreuungsperson in den meisten Fällen zusammenpassen müssen: Wenn ein Thema favorisiert wird, jedoch der Lehrstuhl, an dem dieses Thema bearbeitet werden kann, unter Studierenden unbeliebt ist oder die Professorin bzw. der Professor, die bzw. der den Lehrstuhl innehat, gar gefürchtet wird, dann kann es sich als sinnvoll erweisen, von diesem potenziellen Arbeitsthema Abstand zu nehmen.

Auf der anderen Seite kann sich die Entscheidung für genau dieses Thema trotz der vermeintlich suboptimalen Betreuungssituation als eine lohnenswerte Herausforderung erweisen, die es durch geschickten Umgang mit der betreffenden Betreuungsperson zu meistern gilt. Nicht immer treffen Vorurteile und Befürchtungen zu und nicht in jedem Fall wird eine menschlich schwierige Person für jede Kommunikationspartnerin bzw. jeden Kommunikationspartner überhaupt als schwierig wahrgenommen.

Das Thema der Masterarbeit als Kriterium für die Wahl der Betreuungsperson

Wie sich an den vorstehenden Ausführungen erkennen lässt, ist eine Entscheidung für ein bestimmtes Thema für die Masterarbeit in den meisten Fällen zeitgleich auch eine Entscheidung für eine bestimmte Betreuerin bzw. einen bestimmten Betreuer. Denn das Thema für eine Masterarbeit wird häufig direkt von einem Lehrstuhl vergeben bzw. verhält es sich oft so, dass ein durch die bzw. den Studierenden vorgeschlagenes Thema zu einem bestimmten Lehrstuhl passt, an dem die Arbeit dann auch zu verfassen ist. Betreut wird die Masterarbeit in diesen Fällen folgerichtig von der Person, die den jeweiligen Lehrstuhl innehat.

Wie vorstehend ebenfalls bereits angedeutet wurde, kann trotz aller Überlegungen in Bezug auf die Betreuerin bzw. den Betreuer die Entscheidung für ein Thema, das von persönlichem Interesse ist, schwerer wiegen als eine möglicherweise suboptimale Arbeits- oder Umgangsweise einer Professorin bzw. eines Professors. Wenn ein starkes Interesse für eine spezielle Problemstellung besteht, die sich als Thema für die Masterarbeit eignet, können der persönliche Eindruck von der potenziellen Betreuungsperson und/oder Aussagen anderer Studierender über diese Professorin bzw. diesen Professor zweitrangig sein und in den Hintergrund treten.

Hinweis

Durch das Einlassen auf eine (vermeintlich) schwierige Persönlichkeit ist es möglich, selbst an der Erfahrung zu wachsen, indem das Gefühl entsteht, dass man sich einer bedeutsamen Herausforderung erfolgreich gestellt und die eigene Motivation für die Bearbeitung eines bestimmten Themas durchgesetzt hat. Ehrliches Interesse an einem Thema und Engagement bei der Erstellung der Abschlussarbeit imponieren in der Regel auch tendenziell unnahbaren Professorinnen und Professoren.

Grundlagen des Betreuungsverhältnisses

Generell gilt folgende Grundregel im Umgang mit Professorinnen und Professoren, vor allem aber mit der Betreuerin bzw. dem Betreuer der eigenen Abschlussarbeit: Professorinnen und Professoren muss Respekt gezollt werden. Deren Meinungen und Aussagen muss in jedem Fall Beachtung geschenkt werden. Eine Professorin bzw. ein Professor darf von einer bzw. einem Studierenden niemals das Gefühl vermittelt bekommen, nicht ernstgenommen und/oder nicht respektiert zu werden – egal, was die bzw. der Studierende bei sich selbst über die betreffende Person denkt.

Diese Grundregel gilt auch dann, wenn die Betreuerin bzw. der Betreuer der Masterarbeit für den Fortgang der Ausarbeitungen andere Vorstellungen hat als die bzw. der Verfassende oder wenn die Betreuerin bzw. der Betreuer in eine gänzlich andere Richtung denkt, als es vorgesehen oder auch bislang abgesprochen war. Selbst wenn eine Lehrperson in das spezifische Thema der Masterarbeit nicht so tief wie die bzw. der Studierende eingearbeitet ist und sich daher (vermeintlich) falsche Vorstellungen macht: Als Studierende bzw. Studierender muss man akademischem Lehrpersonal stets höflich gegenübertreten und darf dessen Aussagen nicht einfach gänzlich unberücksichtigt lassen oder gar abschmettern. Es ist möglich, im Falle von Meinungsverschiedenheiten lenkend zu argumentieren – oder sich stattdessen zu fügen, auch wenn das nicht immer angenehm ist. Dabei kommt es auf den jeweiligen Sachverhalt an und die bzw. der Studierende muss selbst entscheiden, ob sie bzw. er im Zweifel lieber die Konfrontation oder doch den Kompromiss in Kauf nimmt.

Hinweis

Zu jeder Zeit ist im Kontakt mit einer Professorin bzw. einem Professor ausnahmslos auf eine höfliche und korrekte Anrede zu achten – und zwar sowohl im persönlichen Gespräch als auch in E-Mails. Dabei ist darauf zu achten, dies stets beizubehalten – in jeder einzelnen E-Mail, auch wenn sich Konversationen bezüglich der Masterarbeit über Monate hinziehen können, sodass sehr viele E-Mails verfasst werden müssen. Der akademische Grad, den die Lehrperson trägt, ist Teil dieser förmlichen Anrede. Dabei wird nur der höchste Titel genannt – z. B. wird nicht „Prof. Dr.-Ing.“ oder „Prof. Dr. rer. nat.“, sondern in diesem Fall nur „Prof.“ geschrieben, und zwar ergänzt um ein vorangehendes „Sehr geehrte Frau“ oder „Sehr geehrter Herr“ – diese Höflichkeitsformen sind wichtig und stets einzuhalten, ohne Ausnahme und auch bei kurzen E-Mails.

Aufgaben der Betreuungsperson einer Masterarbeit

Eingangs wurde erwähnt, dass die Betreuungsperson wichtig für den Erfolg der Masterarbeit ist und allein schon aufgrund von deren Bewertung über diesen Erfolg auch mitentscheidet. Die Einflussnahme der Betreuerin bzw. des Betreuers auf die Masterarbeit ist aber nicht auf die Bewertung begrenzt, sondern bezieht sich ganz wesentlich auch auf die Phase der Bearbeitung – also auf die eigentliche Betreuung während des Schreibens der Master-Thesis.

Hinweis

Wenn die Betreuungsperson dies nicht von sich aus anbietet, sollte nachgefragt werden, ob von Zeit zu Zeit Zwischenstände zur Durchsicht gesendet werden dürfen.

Im Rahmen der Betreuung gibt es keinen festen Katalog an Aufgaben, die eine Betreuungsperson übernehmen muss. Überwiegend ist das Betreuungsverhältnis dadurch gekennzeichnet, dass die Professorin bzw. der Professor Rahmenbedingungen für die zu verfassende Abschlussarbeit vorgibt – sowohl formaler als auch inhaltlicher Natur – und für Fragen der bzw. des Studierenden offen ist. Zwar sind diese Aspekte nicht verpflichtend, jedoch werden im Rahmen der Betreuung der Masterarbeit in der Regel folgende Aufgaben durch die betreuende Person übernommen:

  • Vermitteln von Informationen zu dem zu wählenden Zitierstil für die Masterarbeit, zu der Formatierung der Masterarbeit und zu weiteren formalen Aspekten
  • Bereitstellung von Erläuterungen und Korrekturhinweisen dahingehend, wie diese fundamentalen Grundlagen korrekt umzusetzen sind
  • Vorgabe oder Vorschlag inhaltlicher Schwerpunkte, thematische Richtungsweisung
  • Inhaltliche Korrektur im Falle von starker Abweichung bzw. einem Abschweifen von dem Kernthema der Arbeit – um diese Korrektur zu ermöglichen, sollten der Betreuungsperson in Abständen bzw. nach Fertigstellung wichtiger und/oder komplexer Teile der Arbeit Zwischenstände zur Verfügung gestellt werden

 

Es ist möglich, dass eine Lehrperson im Rahmen ihrer Betreuungsfunktion reguläre Seminare anbietet, in der die obenstehend aufgeführten Punkte weitgehend besprochen werden. An diesen Seminaren nehmen also jene Studierenden teil, deren Abschlussarbeit von dieser Professorin bzw. diesem Professor betreut wird. Studierende können in diesem Rahmen diskutieren, sich austauschen und voneinander lernen. Wenn ein solches Seminar angeboten wird, dann wird in den meisten Fällen die Teilnahme daran erwartet. Wenn ein zusätzlicher fester Termin, in dessen Rahmen beispielsweise wöchentlich Fortschritte und Ergebnisse geteilt und diskutiert werden sollen, absolut nicht zu der eigenen Vorstellung und der individuellen Arbeitsweise passen, kann es sinnvoll sein, doch eine andere Betreuerin bzw. einen anderen Betreuer zu suchen. Gänzlich inkompatible Auffassungen von einer optimalen Arbeitsweise können sich schlussendlich in der Bewertung der Arbeit niederschlagen.

Kriterien bei der Entscheidung für die Betreuerin bzw. den Betreuerin

Zusammenfassend erweisen sich die folgenden Aspekte als wichtig, weshalb sie im Rahmen der Entscheidung für eine Betreuerin bzw. einen Betreuer für die Masterarbeit geklärt werden sollten:

Übersicht

Wahl der Betreuungsperson für die Masterarbeit

  • Bewusstwerden über die Wichtigkeit der Betreuungsperson
    Frühzeitiges Sammeln von relevanten Informationen für die Entscheidung
  • Setzen von Prioritäten in Bezug auf entscheidende Auswahlkriterien
    Abwägen bezüglich der Wichtigkeit von Sympathie vs. thematischer Passung u. ä.)
  • Einhalten von Grundregeln in Bezug auf Umgangsformen
    Entgegenbringen von Respekt und Höflichkeit gegenüber Betreuungsperson
  • Bewusstsein über mögliche Pflicht zu Anwesenheit und Mitarbeit
    Wahl der Betreuungsperson z. B. in Abhängigkeit zu erwartender Seminare
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