Verwendung und Zitation fremdsprachiger Quellen

Wortsalat oder das Tüpfelchen auf dem i?

Schon bei der ersten Literaturrecherche zu einer wissenschaftlichen Arbeit trifft man bereits auf zahlreiche fremdsprachige Artikel, Bücher und Aufsätze – und das unabhängig vom Fachbereich. Sie passen perfekt zum gewählten Thema, doch die Freude über die gefundenen Quellen wird schnell abgelöst von einigen Problemen, denen sich die Studierenden gegenübersehen: Wie sieht hier die korrekte Verfahrensweise aus? Verwende ich in meiner Arbeit den fremdsprachigen Originaltext? Übersetze ich? Wie werden in beiden Fällen die Quellen angegeben? Rätsel, die es zu lösen gilt!

First of all: sortieren und analysieren

Natürlich ist bei der Verwendung fremdsprachiger Texte zunächst einmal zu unterscheiden, ob es sich um Primär- oder Sekundärliteratur handelt. Schreibe ich eine Seminararbeit in Anglistik über Waiting for Godot von Samuel Beckett oder ein Essay in Romanistik über Don Quixote von Miguel de Cervantes, dann ist vollkommen klar, dass die Primärquelle im Original zitiert wird. Gleiches gilt bspw. für die wissenschaftliche Arbeit mit lateinischen Originalquellen in einer Bachelorarbeit oder Doktorarbeit in Geschichte oder Theologie. 

Bei der Arbeit mit fremdsprachiger Sekundärliteratur spielen verschiedene Aspekte in die Entscheidung mit rein, das Zitat zu übersetzen oder nicht:

  1. Handelt es sich um eine Sprache, die im Fachbereich und/oder generell der Academia vorausgesetzt werden kann?
  2. Handelt es sich ggf. sogar um feststehende Begrifflichkeiten, die durch eine Übersetzung verfälscht würden?
  3. Gibt der Originaltext die Aussage klarer wieder, als dies bei einer Übersetzung der Fall wäre?

Übersetzen oder nicht übersetzen – that is the question

Kann davon ausgegangen werden, dass die Mehrheit der akademischen Welt der Fremdsprache mächtig ist, wie es bei Englisch der Fall ist, kann die fremdsprachige Quelle im Original zitiert werden. Dies gilt in der Regel fachbereichsübergreifend, da Englisch in wissenschaftlichen Kreisen vorausgesetzt wird. Andere im deutschsprachigen Raum geläufige Fremdsprachen sind etwa Französisch, Spanisch oder auch Latein. Hier kommt es jedoch ganz stark auf den Fachbereich und den wissenschaftlichen Kontext der Arbeit an.

Um Peinlichkeiten zu vermeiden, sollten Sie natürlich sicherstellen, dass Sie das fremdsprachliche Zitat auch richtig verstehen und es auch tatsächlich in die Arbeit und an die konkrete Stelle passt.

Feststehende Begrifflichkeiten werden selbstverständlich in der Originalsprache wiedergegeben. Um hier sicherzustellen, dass der jeweilige Begriff auch vom Leser korrekt verstanden wird, kann, abhängig von der Länge des Gesamttextes, eine kleine Definition entweder im Text oder in einer Quellenreferenz beigefügt werden. 

„Der Geist einer Sprache offenbart sich am deutlichsten in ihren unübersetzbaren Worten.“
– Marie von Ebner-Eschenbach

Authentizität above all

Ein Hauptargument für die Wiedergabe fremdsprachiger Zitate in Originalform ist die Klarheit der vom Verfasser gewählten Sprache und somit die Authentizität des zitierten Textes. Die prägnante Formulierung des fremdsprachigen Zitats kann manchmal nur mit viel Drumherum und mühseligen Erklärungen in der Übersetzung aufgefangen werden.

Möchte man das Zitat in Fremdsprache in jedem Fall in der Arbeit unterbringen, kann zwischen zwei Varianten gewählt werden: 

  1. Das Original wird im Fließtext als direktes Zitat untergebracht, die Übersetzung erfolgt in der Quellenreferenz (mit Verweis auf den Urheber der Übersetzung).
  2. Die Übersetzung wird als indirektes Zitat im Text untergebracht, das Original ist als direktes Zitat in der Quellenreferenz zu finden. Auch hier muss ein Verweis erfolgen, der zeigt, von wem die Textstelle übersetzt wurde.

Egal, für welche Version man sich entscheidet – deutsch oder fremdsprachig – die korrekten Zitierregeln müssen unbedingt angewendet werden. Welche Zitierregeln in der Arbeit verwendet werden, sollten bei den Lehrenden oder beim Lehrstuhl erfragt werden. Zumeist stellt auch der Fachbereich eigene Leitfäden zur Verfügung, in denen die gewünschte Zitationsweise angegeben wird. Viele Universitäten und Lehrstühle haben eigene Leitfäden zur Zitation in Ihrer Seminararbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit. Üblicherweise finden Sie auch hier Beispiele und Richtlinien für den gewünschten Umgang mit fremdsprachlichen Quellen. Fragen Sie bei Ihrem Lehrstuhl, Ihrem Betreuer bzw. Ihrer Betreuerin oder den wissenschaftlichen Hilfskräften nach – lieber einmal zu viel als zu wenig. Wenn Sie sich unsicher über die korrekte Verwendung der gewünschten Zitationsverfahren sind, sei es Chicago, APA, Fussnoten oder Harvard, schauen Sie mal bei unserem Zitatgenerator vorbei.

Von Schreibberatung bis Lektorat

Gerne stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite – unsere Ghostwriter verfügen über die notwendige Expertise und helfen Ihnen, sich im Dschungel der Zitierweisen zurechtzufinden, ob im Zuge einer Schreibberatung oder ein oder zwei Coaching-Sitzungen. Wenn Sie Ihr Gesamtwerk einmal auf Herz und Nieren prüfen lassen möchten, geben Sie es in die Hände unseres Lektorats – allesamt Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Zitation. Eine Plagiatsprüfung wird zudem feststellen, ob Sie tatsächlich alle Zitate und Quellen korrekt angegeben haben.

 

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